Wo Licht ist, ist auch Schatten

Der Begriff „Schatten“ und das Konzept dazu geht zurück auf Carl Gustav Jung, der damit unsere verdrängten Persönlichkeitsanteile bezeichnete. Das ist alles, was wir versuchen zu verstecken oder zu vermeiden.

Wir zeigen gerne, was wir an uns selbst mögen

Wir zeigen gerne von unsere Seiten und unsere Eigenschaften, die wir gerne mögen, die gesellschaftlich anerkannt sind oder für die wir gelobt werden, weil andere sie an uns sehen wollen, möchten wir zeigen und sichergehen, dass sie von anderen auch gesehen werden. Wir stellen diese Eigenschaften besonders heraus und machen unsere Mitmenschen darauf aufmerksam, damit sie nicht übersehen, was wir an uns selbst so gerne mögen. Wir versuchen sie dazu zu bringen, uns so zu sehen, wie wir gesehen werden möchten.

Wenn wir jedoch bestimmte Anteile von uns so herausheben, geschieht es unweigerlich, dass andere Aspekte von uns, die wir lieber nicht nach außen zeigen, weil wir sie entweder selbst nicht besonders mögen oder weil sie gesellschaftlich nicht akzeptiert sind, verdrängt werden.

Was nicht sein darf, verdrängen wir

Wir packen das, was unserem Urteil nach nicht sein darf in eine Kiste, verschießen den Deckel und hoffen darauf, uns nie wieder damit beschäftigen zu müssen. Das, was uns nach unserem Gefühl bedroht, was wir nicht kennen, als fremdartig empfinden oder was wir nicht verstehen, verbannen wir in die Dunkelheit unseres Unterbewusstsein, wo es dann den Schatten bilden. Es sind die Dinge von uns, die wir niemanden zeigen möchten, die niemand jemals erfahren soll und die wir vor der Welt verheimlichen möchten. Es sind alle unsere verdrängten Persönlichkeitsanteile, die wir ins Schattenreich verbannt haben. Je mehr wir jedoch versuchen unsere lichten Seiten heraus zu stellen, umso mehr verbannen wir zugleich ins Reich der Schatten.

Der Preis, den wir dafür bezahlen ist, dass wir keine wirkliche Wahlfreiheit mehr haben, bei dem was wir sein dürfen oder tun können, denn schließlich gibt es ja etwas, was wir um jeden Preis versuchen zu vermeiden, dass es ans Licht kommt. Bei der Entscheidung darüber, was sein darf und was nicht sein darf, spielen unsere Werte und die gesellschaftlichen Erwartungen was „normal“ ist, eine große Rolle. Die Erwartungen an uns, werden von anderen Menschen jedoch nicht immer ausgesprochenen oder genau definiert. Daher kann es sein, dass wir von Erwartungen ausgehen, von denen wir lediglich glauben, der andere stellt sie an uns, was das Ganze noch wesentlich komplizierter macht.

Um uns selbst zu erkennen, brauchen wir den Blick eines anderen

Dem, was unserer Meinung nach nicht sein darf, werden wir in jedoch immer wieder begegnen. So kann es gut sein, dass wir in den Äußerungen anderen Menschen, ständig meinen die Kritik an etwas zu hören das wir ablehnen, um unsere eigene Meinung von uns zu bestätigen. Ihre Worte erinnern uns ständig daran, was wir meinen das mit uns nicht in Ordnung sei. Werden die Persönlichkeitsanteile, die wir zu verstecken versuchen, dann noch von jemandem ins Rampenlicht gerückt und hervorgehoben, fühlen wir uns bloßgestellt und wir schämen wir uns. Es braucht den Blick eines anderen auf uns, oder den unbarmherzigen Blick auf uns selbst, damit wir uns schämen, so wie etwas, von dem wir nicht wollen, dass jemand davon erfährt.

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